Aufbruchstimmung bei der Umweltinitiative Bergheim
Auf der Jahreshauptversammlung der Umweltinitiative Bergheim stand schnell fest: 2026 soll der Schwerpunkt auf dem Pflanzen von Bäumen liegen. Deshalb lud die Umweltinitiative Ende März zu einer großen Pflanzaktion in den Bergheimer Wald ein.
Der Plan: 300 Douglasien-Setzlinge
Förster Marcel Nentwich bestellte 300 Douglasien-Setzlinge und suchte ein geeignetes Pflanzgebiet. Im Bergheimer Wald wird seit 150 Jahren Douglasie (Pseudotsuga menziesii) gepflanzt, weshalb die Forstwirtschaft auf eine lange Erfahrung mit dieser Koniferen-Art zurückgreifen kann. Die Douglasie gilt in der Forstwirtschaft als eine der wichtigsten Baumarten für den Umbau klimastabilerer Wälder. Im Vergleich zu heimischen Nadelbäumen wie der Fichte kommt die Douglasie besser mit Hitze und längeren Trockenphasen im Sommer zurecht, da sie tiefer wurzelt.
Aufbruch in den Wald
Am 21. März trafen sich über 40 Mitglieder und Freunde der Umweltinitiative Bergheim mit Spaten und Rechen. Im Konvoi, den Raymunds Traktor mit Anhänger anführte, ging es los.
Vom Rückschlag zur Chance
Doch wie es vielerorts der Fall ist, leidet auch die heimische Forstwirtschaft unter minderer Qualität. Die bestellten 300 Douglasien-Setzlinge waren fachlich unzureichend gezogen und damit für die Forstwirtschaft nutzlos.
Marcel Nentwich erläuterte, dass diese Setzlinge zunächst als Dünger für den Wald hätten genutzt werden können. Doch daraus entstand eine Gelegenheit: Die Helfer konnten die Setzlinge aus einem wild gewachsenen, eingezäunten Koniferenfeld (zu eng gewachsen) ausgraben und in ein unbepflanztes Gebiet umsetzen – natürlich nicht willkürlich, sondern nach genauen Vorgaben unseres Försters.
Naturschutz in Aktion
Einen Wildverbissschutz mussten zum Schluss alle aus Naturmaterialien für ihre Bäumchen selbst bauen. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass diese auch anwachsen. Fest steht jetzt schon, dass es eine Pflanzaktion mit Förster Marcel Nentwich bald wieder geben wird. Spätestens dann wird sich auch zeigen, welche Setzlinge angewachsen sind und welcher Wildverbissschutz effektiv gebaut wurde.
von Sabine Bode und Arno Wehrmann (Fotos)