Das neue Friedensdenkmal an der St. Nikolaus-Kirche in Stadtbergen nimmt Gestalt an. Mit dem Spatenstich haben nun Stadtbergens Erster Bürgermeister Paulus Metz und Zweiter Bürgermeister Michael Smischek gemeinsam mit Vertretern der katholischen Kirche, des beauftragten Architekturbüros, des Soldaten- und Veteranenvereins sowie dem anwesenden Historiker und Stadtrat Dr. Fabian Münch den Startschuss für die Neugestaltung des Gedenkortes gegeben.
Über Jahrzehnte befand sich das Denkmal für die Gefallenen und Opfer des Ersten und Zweiten Weltkrieges am Vorplatz des ehemaligen Pfarrheims St. Nikolaus. Mit der Einrichtung einer Kinderbetreuung im ehemaligen Pfarrheim und der Nutzung des Vorplatzes als Spielfläche waren die beiden Nutzungen jedoch nicht miteinander vereinbar. Zunächst wurde daher eine Übergangslösung geschaffen. Nach Gesprächen zwischen der katholischen Kirche, Vertretern des Soldaten- und Veteranenvereins und der Stadt wurde schließlich das Areal rund um den Kirchenvorplatz von St. Nikolaus als neuer Standort festgelegt.
Das neue Friedensdenkmal ist in mehrere Bereiche gegliedert. Den zentralen Gedenkort bildet der nordwestliche Kirchenvorplatz im Übergang zum Friedhof. Dort wird das Reiterstandbild des heiligen Georg mit der zugehörigen Inschrift, einem Erinnerungstext sowie den Namen der Gefallenen des Ersten Weltkrieges zusammengeführt. Von diesem zentralen Bereich führt ein „Weg des Erinnerns“ um die St. Nikolaus-Kirche. An den einzelnen Stationen des „Weg des Erinnerns“ werden „Grabsteine“ mit jeweils zwei Tafeln, auf denen Opfer des Zweiten Weltkrieges aufgeführt sind, aufgestellt. Auf den einzelnen Grabsteinen werden QR-Codes angebracht: Wer diese mit seinem Smartphone scannt, erhält Informationen zum konkreten Schicksal der auf den Tafeln erwähnten Opfer.
Um von möglichst vielen auf den Tafeln aufgeführten Opfern des Zweiten Weltkrieges das Schicksal digital darstellen zu können, bittet die Stadt Stadtbergen um Mithilfe: Bürgerinnen und Bürger, die Sterbebildchen oder Frontbriefe von im Zweiten Weltkrieg gefallenen Angehörigen, die auf den Tafeln des Friedensdenkmals erwähnt werden, besitzen, werden gebeten, diese der Stadt Stadtbergen zur Verfügung zu stellen.
Auch Sitzbänke sind Bestandteil des neuen „Weg des Erinnerns“. Sie sollen entlang der einzelnen Stationen zum Verweilen, zur persönlichen Auseinandersetzung und zum Gedenken einladen. Für die Errichtung der Bänke sind Spenden willkommen. Bürgerinnen und Bürger sowie weitere Unterstützer können somit einen Beitrag zur Gestaltung des neuen Friedensdenkmals leisten.
Das neue Friedensdenkmal soll zur Auseinandersetzung mit der Geschichte anregen und zu einer aktuellen, lebendigen und dynamischen Erinnerungskultur beitragen. Stadtbergens Erster Bürgermeister Paulus Metz betont: „Mit dem neuen Friedensdenkmal schaffen wir einen würdigen Ort der Erinnerung, der zugleich einen Blick auf die Geschichte unserer Stadt und die Schicksale der Menschen ermöglicht, die von den beiden Weltkriegen betroffen waren.“
Die feierliche Einweihung des neuen Friedensdenkmals ist zum diesjährigen Volkstrauertag vorgesehen.
Martin Bruckmeier, Stadt Stadtbergen