Inningen: Nachhaltig leben – Schöpfung lieben

Ökumenische Andacht im Grünen
In den Garten des Pfarrheims eingeladen hatte der Pfarrgemeinderat von St. Peter und Paul. Ein schwungvoller und gut besuchter Auftakt für das „24-Stunden-Schöpfungsprojekt“ vom 17. bis 18. September war eine ökumenische Andacht im Grünen am Freitagabend. Die musikalische Gestaltung hatte die Bläsergruppe Let’s brass unter Leitung von Alexander Zechel. Gemeinsam setzten die evangelische Pfarrerin Andrea Grassmann, der katholische Pfarrer Nikolaus Wurzer und Diakon Artur Waibl theologische Impulse zu einem Thema, das derzeit die Gesellschaft bewegt: Wie leben wir verantwortungsvoll in der uns von Gott anvertrauten Schöpfung?

Müllsammelaktion
Am Samstagvormittag haben sich bei strahlendem Sonnenschein rund 40 Engagierte aller Altersgruppen an der Inninger Wertach zur gemeinsamen Müllsammelaktion zusammengefunden. Immer wieder gab es von anderen Passanten ermutigende und dankende Zurufe. Das Schöne ist, dass diese Aktion als Ergebnis nicht nur gefüllte Müllsäcke erbrachte, sondern auch eine wertvolle geistliche und gemeinschaftliche Erfahrung von jung und alt. Kaplan Andreas Theurer brachte es bei seiner Mittagsandacht auf den Punkt: So wie die Wertach sich aus ihren Quellen speist, leben Christen aus ihrer göttlichen Quelle. Und so wie diese Aktion ein kleiner Beitrag war, die Ordnung der Schöpfung wiederherzustellen, ist sie zugleich ein Bild dafür, auf die eigene innere und seelische Ordnung zu achten. Für das leibliche Wohl hatte die Inninger Jugend gesorgt – in angenehmer Atmosphäre unter einem Zelt am grünen Ufer des Gewässers, zur großen Freude aller.

Abschlusskonzert
Nachmittags waren die Familien zu kreativen Angeboten ins Pfarrheim eingeladen, am Abend fand ein geistliches Abschlusskonzert in der Kirche St. Peter und Paul statt. Stefan Albertshauser begeisterte sein Publikum mit virtuosen Orgelimprovisationen. Bereichert wurde der Klanggenuss mit Liedern des Chorensembles und originellen Darbietungen auf dem Hackbrett.

Informationsabend
Friedrich Manzeneder eröffnete die kleine Vortragsreihe mit Impulsen zur Enzyklika „Laudato Si“ von Papst Franziskus. Er betonte die Notwendigkeit des Dialogs von Wissenschaft und Religion, die nur gemeinsam dazu beitragen können, die Schöpfung Gottes zu bewahren.
Der Umweltreferent des Bistums Augs-burg, Max Markmiller, erläuterte die vielfältigen Bemühungen der Diözese, klimaneutral zu werden. Ein zentral angesiedeltes Klimamanagement spielt dabei eine entscheidende Rolle. Rund 7.500 Gebäude der Pfarrstiftungen, Kindergärten, Schulen und des St. Ulrichswerks sind in den kommenden Jahren unter ökologischen Gesichtspunkten zu bewerten und bei Bedarf umzurüsten. Papierverbrauch und berufliche Mobilität werden ständig optimiert. Eine beachtliche Bedeutung haben die kirchlich bewirtschafteten Wälder und Moore.
Johannes Enzler vom BUND Naturschutz Bayern e.V., veranschaulichte an konkreten Beispielen hilfreiche Maßnahmen für Amphibien, Vögel und bedrohte Tierarten. Bei der Schlussrunde formulierte Max Markmiller vom Bistum Augsburg den sehr bemerkenswerten Satz: „Es geht in der Zukunft mehr um das Wohlsein, weniger um den Wohlstand! Wohlstand zielt auf den Erhalt und die Vermehrung von Besitzstand. Wohlsein hingegen auf ein glückliches Lebensgefühl, was sich auch in Genügsamkeit erreichen lässt.“ 
Thomas Seibert, Pastoralreferent der Pfarreiengemeinschaft Göggingen-Inningen /Fotos: Nicolas Schnall