Pfersee – Immer wieder Mozart
Von Stadtdirektor a. D. Dr. Heinz Münzenrieder
Bürgermeistertitel.
Ein Vorfahre des Wolfgang Amadé – der Maurer David Mozart – wanderte 1608 von Leitershofen kommend nach Pfersee zu. 1635 ging er nach Augsburg, wo er sich ein besseres berufliches Fortkommen erhoffte. Ein Nachfahre von ihm – Hans Georg Mozart – brachte es dort sogar zu einem warmen Beamtenplätzchen. Er avancierte zum Vorsteher der domkapitel’schen Bauadministration. Hierbei verantwortete er auch die 1682 bis 1685 erfolgende Umgestaltung – die Barockisierung – der Pferseer St. Michaelskirche.
Klar, dass deshalb diese beiden Mozarts mit einem Straßennamen geehrt wurden. Doch die Mozartstraße durfte die Eingemeindung Pfersees nach Augsburg 1911 nicht überleben, was im Ort nicht gut ankam. Aber der Ober sticht halt den Unter und so durfte nur ihre Schwester in der Nähe des Kö weiter im Dienst bleiben. Und aus der in Pfersee wurde die Lutzstraße. Immerhin war Johann Lutz der letzte Bürgermeister. Ein wenig war man jetzt in Pfersee zufrieden. Doch etwas kleinlich war Augsburg schon: Der schöne Bürgermeistertitel durfte nicht aufs Straßenschild.
Hochwürden nahm es genau.
Pfersee und Leitershofen sind wichtige Meilensteine bei der Mozart’schen Reise nach Augsburg. Doch leicht war es nicht, das Reisetagebuch zu entschlüsseln. Die „Amadé’schen Mozart“ haben jedenfalls ihre Wurzeln im Weiler Heimberg, der heute zu Fischach gehört. Aber exakte Unterlagen über diese „Vor-Leitershofen-“ bzw. „Vor-Pferseezeit“ gibt es nicht.
Doch es gibt einen aufmerksamen Leitershofer Pfarrer. Hochwürden rettete die Mozart-Story. Er dokumentierte 1504 den Zuzug eines Hannß Mozart mit dem Zusatz „ein Heimberger“. Und 1608 steht im Leitershofer Pfarrregister, der Maurer David Mozart sei nach Pfersee verzogen. Damit ist der Amadé’sche Stammbaum wenigstens ab 1504 exakt dokumentiert.
Leicht ist dies nicht: In über 30 Gemeinden insbesondere in der Staudenlandschaft kommt heute noch der Name Mozart vor. Auch wenn daraus manchmal ein Mozet oder Mozar geworden ist. Jedenfalls aber endet die belegbare Mozart’sche Stammbaumlinie 1965 mit dem Tode von Caroline Grau, eine geborene Mozart, die in Augsburg kinderlos verstarb.