Gaswerk und Kunstwerk

Mitte Oktober konnten die Naturfreunde Haunstetten das ehemalige Gaswerk besichtigen. Mit 3 Gaskessel, dem Ofenhaus und den Nebengebäuden ein Kulturdenkmal ohnegleichen für Augsburg.
Die Anmeldung war anfangs schleppend, aber am Veranstaltungstag kamen sie aus allen Himmelsrichtungen – trotz zweifelhafter Witterung.
Pünktlich wie Naturfreunde sind, konnten die Gaswerkfreunde, am alten Tor nicht weniger als 30 Interessehungrige begrüßen.
Stefan, 22 Jahre, von den Gaswerkfreunden mit seinem gelehrigen 16jähr. Azubi waren unsere Begleiter. Ein kurzer Abriss über die Gasgeschichte der Stadt Augsburg Anfang des letzten Jahrhunderts und die Entstehung des Gaswerkes sowie das Ende der Gasherstellung in den 50er Jahren war die Einleitung zu einem kurzweiligen Rundgang über noch vorhandenes Ofen-, Kühler- und Apparatehaus. Zum Erhalt dieser ehemaligen Industrieanlage mit Schweifgiebeln, Erkern, Kuppeln und Turm spielte den Gaswerkfreunden in die Karten, dass das Stadttheater unbenutzbar geworden war und im Gaswerk die nötigen Räumlichkeiten fand.
Im Ofenhaus wurden gekonnt ein Restaurant und die Brechtbühne untergebracht. Im Neubau Ballettsaal, Malerei, Schreinerei und Schlosserei. Teilweise noch vorhandene dicke Rohrleitungen führten uns zum Kühler- und Apparatehaus, welche für die eigenwilligsten Events zu mieten sind. Zwischen den Freiflächen im Apparatehaus stehen noch die mächtigen Pumpen, die den Gasdruck in den einzelnen Stadtteilen regelten. An den Ausführungen war erkennbar, wie wichtig damals das Gas für den Industrieaufschwung war. Und mit dem Gaslicht verringerten sich schlagartig auch die Schurkereien in der Stadt.
Neben kleineren Gaskesseln dominierte natürlich der 84 m hohe Scheibengaskessel. In seinem Inneren wurde uns die damalige Gasspeicherung erklärt und die heutige Echoressonanz durch eine fallende Eisenscheibe vorgeführt. Der Nachhall von 170 Sek. war beeindruckend in dem 45 m Durchmesser großen Innenraum. Das vorhandene Foucaultsche Pendel, das die Erdrotation nachweisen soll, blieb bei den Besuchern fast ohne Bedeutung. Wobei die Sammlung von Gas- und Elektrohaushaltsgeräten aus den Nachkriegsjahren im Museum der Gaswerksfreunde zum Abschluß lebhaftes Interesse fand.
Herzlichen Dank an Stefan und Lukas für die kurzweilige und aufklärende 2½-stündige Führung durch ein Wahrzeichen Augsburgs.


pm Naturfreunde Haunstetten