Aus dem Rathaus…

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

Stadtbergen wirkte in diesem Sommer manchmal wie eine südländische Kommune. Überall sah man Menschen in Sonnenbrillen und luftiger Sommerkleidung und spürte die sommerliche Hitze – und überall wurde gefeiert: bei Vereins- und Straßenfesten, im kleinen Kreis und natürlich bei zahlreichen privaten Grillpartys. Es lag eine kollektive Entspanntheit und eine sommerliche Unbeschwertheit in der Luft. Jetzt wird es wieder Herbst. Beim Spaziergang muss man aufpassen, nicht auf die ersten Blätter zu treten. Sie fallen einfach so, als hätte jemand Konfetti über die Wege gestreut. Leichtigkeit ist wirklich ein unterschätzter Zustand, den wir viel zu selten bewusst genießen.

Gleichzeitig bleibt die Weltlage, wie sie ist: laut, düster und kompliziert. Die Nachrichten kennen keinen Sommer und keinen Herbst. Der Strom an Krisen läuft einfach ununterbrochen weiter, und manchmal fühlt man sich davon komplett erdrückt. Aber vielleicht ist genau das der Punkt. Vielleicht ist die einzige Frage, die heute wirklich zählt, eine ganz andere: Wie geht es Ihnen? Fragen Sie doch mal den Nachbarn oder die Nachbarin, die Kolleginnen und Kollegen. Ein ehrliches Interesse an den Menschen um uns herum verändert die Atmosphäre sofort. Freundlichkeit kostet nichts, und trotzdem entscheiden sich viele im Alltag dagegen, weil sie zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind.

Ich nicht. Und Sie?

Freundlichkeit ist keine naive Geste und auch keine Schwäche. Sie ist eine bewusste Entscheidung. Und diese Entscheidung beginnt morgens vor dem Spiegel – noch vor dem ersten Kaffee.

Sie können sich jeden Tag aufs Neue dafür entscheiden, das anzunehmen und zu schätzen, was Sie dort sehen, und Freude an dem zu finden, was Sie tun. Denn erst wer mit sich selbst im Reinen ist, hat auch die Kraft, anderen mit einem Lächeln zu begegnen.

Am Ende beginnt doch alles bei einem selbst.

Ihr
Paulus Metz
Erster Bürgermeister