75 Jahre Schützenverein Stadtbergen

„Ehrungen“: v. l. n. r.: Gauschützenmeister Stefan Sohr, Daniela Sykora, Guntram Kiederle, Michaela Walter, Josef Baindl, 1. Vorsitzender Markus Hinterhuber, Herbert Franz, Martin Boxler, Adolf Schnürch (nicht im Bild: Miriam Kirchner) Fotos: Katrin Hinterhuber

Jubiläumswochenende im Zeichen von Gemeinschaft, Tradition und Zukunft

Mit einem abwechslungsreichen Festwochenende hat der Schützenverein Stadtbergen sein 75-jähriges Bestehen gefeiert. Zwei Tage lang stand das Vereinsgelände ganz im Zeichen von Gemeinschaft, Tradition und modernem Schießsport. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, den Verein kennenzulernen, gemeinsam zu feiern und auf eine bewegte Vereinsgeschichte zurückzublicken.

Den Auftakt bildete am Samstag ein großer Familientag mit Tag der offenen Tür. Von Beginn an herrschte reger Betrieb im Schützenheim in der Gotenstraße. Beim Schnupperschießen konnten sich Interessierte am Schießstand selbst ausprobieren, während sich Besucher am Informationsstand über den modernen Schießsport und das Vereinsleben informierten. Für die jüngsten Gäste warteten eine Hüpfburg, eine Button-Maschine und zahlreiche weitere Mitmachangebote.

Ein weiterer Höhepunkt war die Schützen-Olympiade. An verschiedenen Stationen – darunter Sportschießen, Soccer-Dart und Leitergolf – konnten Kinder, Jugendliche und Erwachsene ihr Geschick unter Beweis stellen. Mehr als 100 Teilnehmer konnten sich so einen der begehrten Preise sichern. Mittags sorgten Spezialitäten vom Grill, ein großes Kuchenbuffet und nachmittags der Foodtruck „Burger7“ aus Stadtbergen für das leibliche Wohl. Am Abend ging das Fest nahtlos in eine Schützenparty mit Barbetrieb über, bei der Mitglieder, Freunde und Gäste gemeinsam bis in die Nacht feierten.

Der Sonntag begann traditionell mit einem Weißwurstfrühschoppen, der vom Musikverein Leitershofen musikalisch umrahmt wurde. Im Anschluss beeindruckten die Stadtberger Salutschützen mit ihrem Auftritt, bevor der offizielle Festakt begann. Zahlreiche Ehrengäste aus Politik, dem Schützengau Augsburg sowie Vertreter vieler befreundeter Vereine, darunter auch die Vertretung des Partnervereins aus Spalt in Franken, waren der Einladung gefolgt und unterstrichen damit die enge Verbundenheit des Schützenvereins mit dem gesellschaftlichen Leben in Stadtbergen.

In seiner Festrede zeichnete der 1. Vorsitzende Markus Hinterhuber die Entwicklung des Vereins von den Anfängen bis heute nach. Er erinnerte daran, dass nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst der Schützenverein „Hubertus“ gegründet wurde und wenige Jahre später ein zweiter Verein „Almenrausch“ entstand. Mit dem Zusammenschluss beider Vereine im Jahr 1978 wurde schließlich der heutige Schützenverein Stadtbergen geschaffen. Auch der Bau des eigenen Schützenheims im Jahr 1983 und die Fahnenweihe 1988 seien wichtige Meilensteine der Vereinsgeschichte gewesen. Gleichzeitig gedachte der Vorsitzende den Persönlichkeiten, die den Verein über Jahrzehnte geprägt und mit großem persönlichem Einsatz weiterentwickelt haben.

Dabei machte er deutlich, dass die Geschichte des Vereins vor allem von den Menschen geschrieben wurde, die Verantwortung übernommen und sich ehrenamtlich engagiert haben. Stellvertretend erinnerte er an langjährige Vorsitzende und Funktionsträger, deren Einsatz den Verein bis heute prägt. „Unser Verein lebt von der Veränderung, aber er besteht durch seine Fundamente“, betonte er und schlug damit die Brücke zwischen Tradition und Zukunft.

Einen besonderen Schwerpunkt legte er auf die Entwicklung des Vereinslebens. Während früher vor allem Geselligkeit und Kameradschaft im Mittelpunkt gestanden hätten, sei heute der sportliche Wettkampf stärker in den Fokus gerückt. Die zahlreichen sportlichen Erfolge der vergangenen Jahre seien Ausdruck dieser Entwicklung und machten den Verein weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Gleichzeitig mahnte er jedoch, den eigentlichen Kern eines Vereins nicht aus den Augen zu verlieren. Gemeinschaft, gegenseitige Unterstützung und das Miteinander seien ebenso wichtig wie sportliche Leistungen.

Mit Blick auf die kommenden Jahre rückte insbesondere die Jugendarbeit in den Mittelpunkt der Festrede. Die Zukunft des Vereins liege in den Händen der jungen Generation, betonte der Vorsitzende. Es gelte, Kindern und Jugendlichen nicht nur den Schießsport näherzubringen, sondern sie auch für das Vereinsleben und das Ehrenamt zu begeistern. Besonders würdigte er die erfolgreiche Arbeit der Jugendleitung unter der Führung von Daniela Sykora, der amtierenden Sportlerin des Jahres in Stadtbergen, der es gelungen sei, eine lebendige und engagierte Schützenjugend aufzubauen, die sich sowohl sportlich als auch als Gemeinschaft hervorragend entwickelt habe.

Großen Raum nahm auch der Dank an die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer ein. Bereits in seiner Begrüßung hatte der Vorsitzende darauf hingewiesen, dass ein Fest dieser Größenordnung für einen vergleichsweise kleinen Verein eine enorme Herausforderung darstelle. Umso größer sei die Wertschätzung für alle, die in den vergangenen Monaten unzählige Stunden in die Vorbereitung investiert hätten. Sein Dank galt dem Festausschuss ebenso wie den vielen Helferinnen und Helfern, die beim Auf- und Abbau, in der Küche, im Ausschank oder im Hintergrund zum Gelingen des Jubiläums beigetragen hatten. „Ehrenamt ist keine Arbeit, die nicht bezahlt wird. Es ist Arbeit, die unbezahlbar ist“, zitierte er und unterstrich damit die Bedeutung des freiwilligen Engagements für das Vereinsleben.

Den feierlichen Abschluss des Festakts bildete die Ehrung von Menschen, die den Schützenverein Stadtbergen über viele Jahre hinweg geprägt haben. Gemeinsam mit dem 1. Gauschützenmeister Stefan Sohr wurden langjährige und verdiente Mitglieder für ihre Treue und ihr außergewöhnliches Engagement ausgezeichnet. Josef Baindl wurde für 15 Jahre Mitgliedschaft im Schützenverein Stadtbergen und Adolf Schnürch für 60 Jahre Mitgliedschaft im Bayerischen Sportschützenbund (BSSB) geehrt. Miriam Kirchner und Daniela Sykora wurden vom Schützenbezirk Schwaben bzw. vom BSSB für ihr Engagement im Jugendbereich ausgezeichnet. Martin Boxler (Silber) und Guntram Kiederle (Gold) erhielten Ehrennadeln des Schützenbezirks für ihre Arbeit in der sportlichen Leitung bzw. der Vereinsführung. Zudem wurde die eigens zum 75-jährigen Jubiläum gestiftete Festscheibe an die Gewinnerin Michaela Walter überreicht.

Ein weiterer Höhepunkt war die Übergabe der Erlöse aus dem Jubiläums-Schießen an die Stille Hilfe Stadtbergen. Markus Hinterhuber überreichte Bürgermeister Paulus Metz stellvertretend den symbolischen Scheck über 433 € und unterstrich mit der Spende die enge Verbundenheit des Schützenvereins Stadtbergen mit der Stadt und seine Verantwortung über das Vereinsleben hinaus.

Für einen besonderen Moment sorgte schließlich die Ernennung von Herbert Franz zum Ehrenmitglied. Mit dieser höchsten Auszeichnung würdigte der Verein seinen jahrzehntelangen, außergewöhnlichen Einsatz. Über viele Jahre hinweg prägte Herbert Franz als 2. Vorstand und Verantwortlicher des Wirtschaftsbetriebs die Entwicklung des Vereins maßgeblich. Gleichzeitig wurde Herbert Franz mit der Ehrennadel in Gold des Schützengau Augsburg ausgezeichnet. Sichtlich überrascht war auch Markus Hinterhuber, der vom Gauschützenmeister mit der Ehrennadel des BSSB „In Anerkennung“ seiner Dienste als 1. Vorstand gewürdigt wurde.

Beim anschließenden gemeinsamen Mittagessen klang das Jubiläumswochenende in geselliger Atmosphäre aus. Die große Besucherresonanz, die vielen positiven Gespräche und das starke Miteinander machten deutlich, dass der Schützenverein Stadtbergen auch nach 75 Jahren ein lebendiger und unverzichtbarer Bestandteil des Stadtlebens ist. Das Jubiläum zeigte eindrucksvoll, dass Tradition und Moderne kein Widerspruch sind, sondern sich im Vereinsleben erfolgreich ergänzen. Mit diesem gelungenen Festwochenende hat der Schützenverein Stadtbergen nicht nur seine Geschichte gewürdigt, sondern zugleich ein starkes Zeichen für die Zukunft gesetzt.

Markus Hinterhuber