Die Fahrbahn im Bereich des Knotenpunktes Bergstraße/Promenadestraße/Karl-Nagel-Straße/Wittelsbacherstraße wird deutlich verschmälert. Dadurch verkürzt sich die Querungsstrecke für Fußgängerinnen und Fußgänger. Auch die erlaubte Geschwindigkeit für den Kfz-Verkehr wird reduziert. Für eine bessere Sicht und höhere Verkehrssicherheit werden zudem die Einmündungsbereiche der Seitenstraßen einseitig eingeengt. Durch die leichte Verlegung des Gehwegs nach Norden können zudem vier neue Bäume gepflanzt werden.
Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich nach aktuellem Stand auf rund 1,055 Millionen Euro.
Pressemitteilung Stadt Augsburg, Grafik: Neonpastell GmbH
Inzwischen erreichten uns diverse Pressemitteilungen und demnächst vielleicht Leserbriefe dazu …
CSU Göggingen lehnt Umbau der Bergstraße in der geplanten Form entschieden ab
Der Vorstand der CSU Göggingen spricht sich klar gegen die Pläne aus, die Bergstraße deutlich zu verschmälern und 15 Parkplätze wegzunehmen. Nach intensiver Beratung erkennt das Gremium in den Plänen durchaus einige positive Aspekte, wie den Einbau zweier Querungshilfen, den Ausbau der Bushaltestellen und zusätzliche Bäume. Die CSU Göggingen kritisiert allerdings scharf den Wegfall von 15 Parkplätzen, die sehr starke Verengung der Fahrbahn und die hohen Kosten.
Der Ortsvorsitzende Matthias Fink betont: „Der geplante Umbau der Bergstraße ist aus unserer Sicht in dieser Form weder notwendig noch verhältnismäßig. In Zeiten äußerst knapper Kassen ist es nicht zu rechtfertigen, ein derart kostspieliges Projekt voranzutreiben, bei dem die Nachteile für die Anwohner die Vorteile deutlich überwiegen. Daher habe ich im Bauausschuss des Stadtrats gegen dieses Projekt gestimmt.“
Besonders kritisch sieht der Vorstand den vorgesehenen Wegfall von Parkplätzen. Der stellvertretende Vorsitzende Philipp Huber erklärt: „Gerade für Anwohner, Gewerbetreibende und Besucher sind ausreichend Parkmöglichkeiten essenziell. Der geplante Abbau von Stellplätzen verschärft die ohnehin angespannte Parksituation erheblich und belastet den Stadtteil unnötig.“
Der stellvertretende Vorsitzende Ulrich Zuth führt aus: „Wenn, wie die Bauverwaltung feststellt, die Fahrbahndecke bald saniert werden muss, sind auch wir dafür, einige zusätzliche Bäume in sogenannten Baumnasen vorzusehen. Die Querungshilfen und der Ausbau der Bushaltestellen sind positiv. Dafür müssen aber keine 15 Parkplätze geopfert werden, auf die die Anwohner und auch die dort gelegene Gaststätte dringend angewiesen sind.“
Vorstandsmitglied Alexander Scheurer ergänzt: „Neben den hohen Kosten und dem Verlust von Parkplätzen fehlt es dem Projekt insgesamt an Augenmaß. Die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger unmittelbar vor Ort müssen stärker in den Mittelpunkt rücken, nachdem auch die uneinheitlichen Ergebnisse der Bürgerbefragung keine Rechtfertigung für einen so umfassenden Eingriff in das Viertel liefern.“
Der Vorsitzende und die stellvertretenden Vorsitzenden der CSU Göggingen fordern daher, die Planungen zum Umbau der Bergstraße auszusetzen und das Vorhaben grundlegend zu überdenken. Ziel müsse eine Lösung sein, die sowohl wirtschaftlich vertretbar ist als auch die Interessen der Anwohner und lokalen Betriebe angemessen berücksichtigt.
Vorsitzender: Matthias Fink, Stellv. Vorsitzender: Philipp Huber
SPD Augsburg Süd-West lehnt das Projekt vollständig ab
Die SPD Augsburg Süd-West lehnt die geplante Umgestaltung der Bergstraße vollständig ab. Angesichts der angespannten Haushaltslage der Stadt Augsburg, der Kosten von über 1 Million Euro sowie der deutlichen Ablehnung vieler Bürgerinnen und Bürger ist das Projekt aus unserer Sicht derzeit nicht vertretbar.
Die Beschlussvorlage zeigt klar, dass die Planungen vor Ort auf erhebliche Kritik stoßen. Im Rahmen der Bürgerbeteiligung gingen deutlich mehr negative als positive Rückmeldungen ein. Viele Anwohnerinnen und Anwohner kritisierten insbesondere den geplanten Wegfall von Parkplätzen, die bereits heute schwierige Verkehrssituation sowie die fehlende Verhältnismäßigkeit der Maßnahme.
Gleichzeitig bestätigt die Stadtverwaltung selbst einen hohen bis sehr hohen Parkdruck in der Bergstraße und ihrem Umfeld. Trotzdem sollen durch die Umgestaltung bis zu 15 Stellplätze entfallen.
Für die SPD Augsburg Süd-West ist klar: In Zeiten knapper Kassen muss sich die Stadt auf notwendige Investitionen konzentrieren. Die Stadt Augsburg steht vor enormen finanziellen Herausforderungen – von Schulen und Kitas über den öffentlichen Nahverkehr bis hin zur Sanierung wichtiger Infrastruktur. Vor diesem Hintergrund halten wir Ausgaben von über einer Million Euro für die Umgestaltung der Bergstraße nicht für verantwortbar.
Dazu erklärt Robert Kratzsch, Ortsvereinsvorsitzender der SPD Augsburg Süd-West: „Die Menschen erwarten zu Recht einen sorgsamen Umgang mit Steuergeld. Bei einem Projekt mit Kosten von über einer Million Euro braucht es einen klaren Mehrwert und breite Akzeptanz vor Ort. Beides sehen wir bei der Bergstraße nicht.“
Auch verkehrspolitisch überzeugt die Maßnahme nicht. Die bestehende Situation rechtfertigt nach Auffassung der SPD Augsburg Süd-West keinen derart tiefgreifenden Umbau. Sinnvolle Einzelmaßnahmen zur Verkehrssicherheit (z. B. eine Querungshilfe) oder kleinere Verbesserungen können unabhängig davon geprüft werden. Die derzeitige Gesamtplanung lehnen wir jedoch ab.
Robert Kratzsch erklärt hierzu weiter: „Gerade weil die finanzielle Lage der Stadt Augsburg schwierig ist, müssen Prioritäten gesetzt werden. Viele Bürgerinnen und Bürger haben kein Verständnis dafür, dass Millionenbeträge in ein Projekt fließen sollen, das vor Ort auf so wenig Zustimmung stößt.“
Besonders kritisch sieht die SPD Augsburg Süd-West:
- die hohen Kosten in der aktuellen Haushaltslage,
- den Wegfall von Stellplätzen trotz massivem Parkdruck,
- die geringe Akzeptanz in der Bevölkerung,
- sowie das Missverhältnis zwischen Aufwand und Nutzen.
Die SPD Augsburg Süd-West fordert daher, das Projekt in der vorliegenden Form nicht weiterzuverfolgen und die eingeplanten Mittel stattdessen auf dringendere Aufgaben der städtischen Daseinsvorsorge zu konzentrieren.
Robert Kratzsch