Frauenherzen schlagen anders – deshalb brauchen sie mehr Aufmerksamkeit

Silke Behrens (zweite von links) wurde am Infostand unterstützt von Christine Bergmeier (Deutsche Herzstiftung), Carolin von Fritschen (Nikolaus Apotheke) und Frau Dr. Hella Gerber (Ärztin).

Der „Go Red for Women Day“ (1. Freitag im Februar) ruft bundesweit dazu auf, ein rotes Kleidungsstück oder Accessoire zu tragen, um die Herzgesundheit von Frauen ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Das allein reichte Silke Behrens (Aktionen gegen Einsamkeit) nicht aus. So entstand die Idee eines Infostandes.

Am Infostand wurden gezielt Frauen angesprochen, Informationsmaterial verteilt und Blutdruckmessungen angeboten – aber auch Männer nutzten die Gelegenheit, sich zu informieren. So konnten alle Interessierten mehr über Prävention, Symptome und Erste Hilfe erfahren.

Die nationale Kampagne verfolgt mehrere zentrale Ziele: Aufklärung über typische Herzinfarktsymptome bei Frauen, Einbeziehung von Frauen in klinische Studien und geschlechtsspezifische Auswertung, Integration der Frauenherzgesundheit in Aus-, Fort- und Weiterbildung, jährliche Vorsorge ab 40 Jahren – besonders bei erhöhtem Risiko –, gezielte Präventionsangebote für Risikogruppen, Aufklärung über Erste Hilfe bei Frauen sowie besondere Aufmerksamkeit nach der Menopause.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen – größte Gefahr für Frauen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit die häufigste Todesursache bei Frauen. In Deutschland sterben jährlich rund 20.000 Frauen an einem Herzinfarkt. Dennoch wird das Risiko häufig unterschätzt. Frauenherzen schlagen anders: Körperliche Voraussetzungen, Hormone und Symptome unterscheiden sich von Männern und werden in Medizin, Forschung und Lehre noch zu wenig berücksichtigt.

Wechseljahre und Einsamkeit – unterschätzte Risikofaktoren

Frauen in und nach den Wechseljahren haben ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch Einsamkeit wirkt sich nachweislich negativ auf das Herz aus. Silke Behrens engagiert sich regelmäßig zum Thema Einsamkeit. Sie zeigt Wege zur Vorbeugung und gibt Anregungen zum Mitmachen und betont, dass ihr wichtig sei, zu informieren und Möglichkeiten aufzuzeigen, um Einsamkeit entgegenzuwirken.

Herzinfarktsymptome bei Frauen oft anders als bei Männern

Der typische Brustschmerz fehlt häufig oder ist weniger stark. Typische Symptome sind:

  • Schmerzen im Oberbauch
  • Rücken- oder Schulterschmerzen
  • Unerklärliche Müdigkeit
  • Schmerzen im Oberkörper (Arme, Nacken, Kiefer, Rücken, Magen)
  • Atemnot
  • Übelkeit
  • Schwindel oder Benommenheit
  • Verwirrtheit oder Desorientierung

Viele Beschwerden werden zunächst fehlinterpretiert. Zudem leben viele Frauen allein – im Notfall ist oft niemand da, der helfen kann.

Mit Aufklärung, Sensibilisierung, Forschung und Prävention können viele Frauenleben gerettet werden. Frauenherzen brauchen mehr Aufmerksamkeit – in Prävention, medizinischer Versorgung und Gesellschaft.

Was jeder selbst für sein Herz tun kann

Herzgesunde Ernährung, Medikamente regelmäßig einnehmen, ärztliche Empfehlungen beachten, Stress reduzieren und ausreichend schlafen, Blutdruck und Blutzucker regelmäßig kontrollieren, Cholesterinwerte im Blick behalten, sich bewegen und soziale Kontakte pflegen.

Text/Foto: privat