Von Stadtdirektor a. D. Heinz Münzenrieder
Seltene Ehre für den Architekten von Herz Jesu
Der Professor Kurz´sche Grabstein schmückt die von Jugendstil und Neuromanik getragene Pferseer Kirche
Oft wird es so etwas nicht geben: Ein großer Grabstein schmückt die nördliche Außenseite von Herz Jesu in Pfersee. Er erinnert an Professor Michael Kurz und dessen Familie. Er war einer der herausragenden Kirchenarchitekten in Bayern des 20. Jahrhunderts und der künstlerische Vater von Herz Jesu. 1907 – 1910 errichtete er diese Pfersee prägende Kirche im Stile der beginnenden Moderne – getragen von Neuromanik- und Jugendstilelementen. Entstanden ist dabei das wohl größte Jugendstil-Gotteshaus in ganz Süddeutschland.
Michael Kurz lebte und arbeitete als freier Architekt in Göggingen und fand dort auf dem Friedhof 1957 seine letzte Ruhe. 2012 ist die Grabstätte aufgelöst worden. Doch der Grabstein ging nicht den üblichen Weg der Entsorgung. Er erhielt eine neue Aufgabe und seltene Ehre. Von ihm werden jetzt historische Dienste für die mit dem Herrn Professor innig verbundene Herz-Jesu-Kirche verrichtet. Als Ehrerbietung und Dank für sein künstlerisches Werk. Der „Grabsteintransfer“ erfolgte übrigens auf Anregung von Martin Eberle, dem Senior des Gögginger Geschichtskreises. Nachhaltigkeit und Geschichtspflege gehen hier geglückt Hand in Hand. So soll es sein.