LBV-Veranstaltung zur Europäischen Fledermausnacht

Flugakrobatik, „Zweitakter“, „Presslufthammer“ und gute Gespräche

31.08.2026 – Rund 70 naturbegeisterte Teilnehmerinnen und Teilnehmer versammelten sich am Abend des 29. August an der Wertachbrücke an der Wellenburger Straße, um die geheimnisvolle Welt der nächtlichen Flugkünstler hautnah zu erleben. Die Exkursion der Kreisgruppe Augsburg des Landesbunds für Vogel- und Naturschutz (LBV) war Teil der „Batnight“, die europaweit zeitgleich stattfindet und über die Lebensweise und den Schutz der gefährdeten Säugetiere informiert.

Aufgrund des großen Andrangs teilten sich die Gäste an der Wertach in zwei Gruppen auf. Eine Gruppe wurde von dem Fledermausexperten Hartmut Lichti geführt, die zweite Gruppe von Dr. Martin Trapp, dem Vorsitzenden der LBV-Kreisgruppe Augsburg.

Zum Auftakt erhielten die Anwesenden einen fundierten Einblick in die Biologie der Tiere und ihren Rhythmus im Jahresverlauf: vom Erwachen aus dem Winterschlaf im Frühjahr über die Jungenaufzucht in den sogenannten Wochenstuben im Sommer bis hin zur Paarungszeit und der Suche nach frostsicheren Winterquartieren im Spätherbst. „Während das Große Mausohr für die Jungenaufzucht große Kirchendachstühle bezieht und dort oft zu mehreren Hundert wohnt, siedelt die Mopsfledermaus meist in kleinen Gruppen und begnügt sich mit einer Spalte hinter abstehender Rinde“ berichtet Hartmut Lichti über die Quartieransprüche einiger Arten.

Vor allem das fortschreitende Insektensterben entzieht den Tieren die elementare Nahrungsgrundlage. Zudem fehlen vielerorts geeignete Quartiere in alten Bäumen oder an modernen Gebäudefassaden, was die Bestände zusätzlich unter Druck setzt.

Mit einsetzender Dämmerung kamen sogenannte Bat-Detektoren zum Einsatz, die die für das menschliche Ohr unhörbaren Ortungslaute der Fledertiere in hörbare Frequenzen übersetzen. Über den Köpfen der Gruppe demonstrierten Zwergfledermäuse ihre beeindruckende Flugakrobatik; ihre Rufe waren über das Gerät als schnelles und hektisches Klackern wahrnehmbar.

Auch einige Abendsegler konnten geortet werden. „Seine Rufe erreichen im Ultraschallbereich die Lautstärke von Presslufthämmern“, erklärte Dr. Martin Trapp.

Kurz darauf zeigten sich Wasserfledermäuse bei der Jagd, deren rasches Knattern knapp über der Wasseroberfläche an einen Zweitaktmotor erinnerte.

Zum Abschluss versammelten sich die Gäste an einem kleinen Informationsstand. In zahlreichen Gesprächen tauschten sie sich mit den Experten über Fledermaus- und Vogelschutz sowie praktische Tipps zu vogelfreundlichen Gärten aus.

Die nächste Veranstaltung des LBV Augsburg findet im Rahmen des Weltvogelzugtages (World Migratory Bird Day) bereits am 11. Oktober statt. Auf Augsburgs höchstem Berg, dem Müllberg in Gersthofen, haben Naturbegeisterte dann die Möglichkeit, das faszinierende Zugverhalten der Vögel entlang des Lechtals zu beobachten und spannende Einblicke in eine der bedeutendsten Flugrouten der Region zu gewinnen.

Mehr Infos: http://www.lbv.de/ueber-uns
Text/Fotos: Michael L. Ranke, LBV