Top-modern und höchst engagiert

Dr. Heinz Münzenrieder (links), der Vorsitzende des Präsidiums der AWO Schwaben, und Prof. Dr. Thomas Beyer (rechts im Bild), Vorsitzender der bayerischen AWO, gratulieren der Königsbrunner AWO-Familie um Otto Müller (Bildmitte) zum Gewinn des Engagementpreises. Der Tag des Ehrenamts fand im neu eingeweihten AWO-Seniorenheim Augsburg-Göggingen statt, das Holger Repenning (mit Krawatte) neben der Königsbrunner Einrichtung leitet.

Arbeiterwohlfahrt Schwaben weiht neu gebautes Seniorenheim in Augsburg-Göggingen ein und ehrt ehrenamtliche Helfer mit neuem Engagementpreis.

„Die Arbeiterwohlfahrt kann stolz sein: In Göggingen entstand das modernste Altenheim Schwabens“: So lautete 1962 bei der Eröffnungsfeier für das Vorgängerhaus die Überschrift in der Zeitung. Nach mehr als 50 Jahren Dienstzeit ist es in den Ruhestand versetzt worden, um für einen Nachfolger Platz zu machen. Drei Jahre lang wurde gebaut, im Februar nahm es seinen Gesamtbetrieb auf, es ist vollbelegt und nun wurde es offiziell eingeweiht: Das neu errichtete, dreigeschossige Seniorenheim der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Augsburg-Göggingen mit 80 Pflegeplätzen.
Besonders bemerkenswert ist – neben dem großzügigen Schnitt und der umweltbewussten Bauweise –
die moderne Kombination aus überwiegend Einzelzimmern für den Rückzug ins Private und Wohngruppen, in denen die Bewohner in fast familiärer Atmosphäre an allen Aktivitäten des Alltags teilhaben können. „Unsere Senioren haben ein Recht auf ein persönliches Umfeld, das von einer sie achtenden und fördernden Gestaltung getragen ist“, erklärte AWO-Schwaben-Präsidiumsvorsitzender Dr. Heinz Münzenrieder, plädierte aber auch für das in der Pflege so kostbare Gut des Zeithabens. „Einen Menschen in seiner letzten Stunde zu trösten und die Hand zu halten, ist wichtiger als die Befriedigung der immer zeitaufwändiger werdenden Erfordernisse der Bürokratie.“
Etwa 80 Gäste, darunter auch Augsburgs Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl, der Stellv. Bezirkstagspräsident Wolfgang  Bähner sowie Vertreter der Heimaufsicht und der Sozialverwaltung, gratulierten den Verantwortlichen zu einem solch „freundlichen, menschenwürdigen und richtungsweisenden Haus“, wie es Gribl formulierte und hierbei die Augsburger Zirbelnuss übergab. Die Bewohner des neuen Hauses dürfen sich darüber hinaus über weitere Geschenke freuen: 1.500 Euro vonseiten der Stadtsparkasse Augsburg und 500 Euro vonseiten der AWO Göggingen für besondere Anschaffungen.
Dieter Egger, Vorsitzender des Vorstands der schwäbischen Arbeiterwohlfahrt, erwies in seiner Ansprache insbesondere allen Baufachleuten seinen Respekt. „Ein vollbelegtes Haus in Abschnitten abzureißen und neu zu bauen ist schon ein Meisterwerk.“ Verständlich also, dass bei Bewohnern und Mitarbeitern, allen voran beim Einrichtungsleiter Holger Repenning,  große Erleichterung und Dankbarkeit zu spüren war, die Unbillen einer Baustelle gut überstanden zu haben.  Die Segnung des Hauses erfolgte durch Pfarrer Stefan Kirchberger, Kaplan Pater Saju Korackal und Gemeindereferentin Christa Meitinger.
Im Festzelt auf dem Gelände des Seniorenheims würdigte anschließend der Bezirksverband der AWO Schwaben mit einem Tag des Ehrenamts das soziale Engagement seiner freiwilligen Helfer. 3.000 der 10.000 Mitglieder engagieren sich rund 300.000 Stunden im Jahr ehrenamtlich. Zwei Projekte erhielten den neuen Engagementpreis, der erstmals verliehen wurde. Die Feier, bei der auch Augsburgs dritter Bürgermeister Dr. Stefan Kiefer die AWO als eine traditionsreiche Größe im sozialen Bereich würdigte, fand im Rahmen der bundesweiten AWO-Aktionswoche 2015 statt.
„Ehrenamtliche Mitarbeiter sind das Rückgrat unserer Gesellschaft und das wertvollste Kapital der AWO“, sagte Münzenrieder vor rund 300 Gästen. Den ersten Preis und das Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro teilen sich die Ortsvereine Königsbrunn (Landkreis Augsburg) und Altenstadt (Landkreis Neu-Ulm). In Königsbrunn wird das Miteinander von Haupt- und Ehrenamtlichen in vorbildlicher Weise gefördert. Dort arbeitet die so genannte AWO-Familie Königsbrunn, zu der der Ortsverein, der Kindergarten, das Seniorenheim und das Betreute Wohnen gehören, das ganze Jahr über eng zusammen – so wie beim alljährlichen Familienfest. Der Ortsverein Altenstadt (Kreis Neu-Ulm) erhielt den Engagementpreis für seine Flüchtlingsarbeit. „Diese Menschen befinden sich in einer Notsituation. Da müssen wir als Arbeiterwohlfahrt Flagge zeigen, wenn mal wieder das Gerede vom angeblich vollen Boot aufkommt“, sagte Münzenrieder unter dem Applaus der Gäste.
Insgesamt 14 Projekte wurden an diesem Tag ausgezeichnet. Das Spektrum reichte von der Seniorenbetreuung (Ortsvereine Augsburg-Bärenkeller und Augsburg-Lechhausen) bis zu den Lesepaten im Kinderhort (Ortsverein Füssen-Schwangau), von der Stadtranderholung (Ortsverein Kissing) bis zur Verkehrsschulung für Flüchtlinge (Ortsverein Dillingen-Schretzheim). Der neue Preis war ganz im Sinne des Vorsitzenden der bayerischen AWO, Prof. Dr. Thomas Beyer: „Professioneller Einsatz und ehrenamtliches Engagement zeichnen die AWO aus.“
Text/Bilder: Daniela Ziegler